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Sexuellem Kindesmissbrauch vorbeugen - Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 30. Mai 2013 00:00

"Jährlich finden etwa 12 000 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs über eine Anzeige Eingang in die polizeiliche Kriminalstatistik. Experten sind sich jedoch einig, dass die meisten Übergriffe im so genannten Dunkelfeld stattfinden und damit nicht justizbekannt werden. Hier setzt das Projekt "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld" an."

Quelle: klicksafe

Ein Hauptrisikofaktor für die Begehung von Missbrauchsdelikten an Kindern ist das Vorliegen einer sexuellen Präferenzstörung im Sinne einer Pädophilie. Menschen, die sich sexuell zu Kindern oder Jugendlichen hingezogen fühlen, unterliegen einem besonderen Risiko, sexuelle Übergriffe auf Kinder zu verüben.

Um therapeutische Präventionsmaßnahmen für potentielle Täter zu etablieren, die im Dunkelfeld greifen und wirksam werden, bevor es zu sexuellen Übergriffen kommt, wurde 2005 das Projekt "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld" (PPD) am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité ins Leben gerufen.

Das Projekt bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und/oder Missbrauchsabbildungen (sogenannte Kinderpornografie) konsumieren und deshalb Hilfe suchen, kostenlos und durch die Schweigepflicht geschützt therapeutische Hilfe. Die Therapie integriert psychotherapeutische, sexualwissenschaftliche, medizinische und psychologische Ansätze, die die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. Einbezogen in das Therapieprogramm werden Interessenten, die hinsichtlich ihrer Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Der Berliner Standort des Präventionsprojekts Dunkelfeld ist Initiator und Koordinator des deutschlandweiten Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“ (www.kein-taeter-werden.de), das gemeinsame Qualitätsstandards an allen Standorten bietet. Ziel des Netzwerks ist der Aufbau eines bundesweiten, flächendeckenden therapeutischen Angebots zur Verhinderung sexuellenMissbrauchs von Kindern und Jugendlichen.

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| 6. Februar 2013 18:35