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Inklusionsforscher fordert Studie zu Kosten

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 1. April 2015 00:00

" Der Inklusionsforscher Ulf Preuss-Lausitz hat eine wissenschaftliche Studie über die tatsächlich anfallenden Kosten eines inklusiven Unterrichts in Deutschland angemahnt. Die verbreitete öffentliche "Kostendiskussion" über die Ausgaben bei inklusiver Bildung berücksichtige nicht die jetzigen Ausgaben in den Förderschulen, kritisierte der Schulpädagoge von der Technischen Universität (TU) Berlin in einem im Februar 2014 veröffentlichten Überblick über Evaluationsprojekte zur Umsetzung der Inklusion in den 16 Bundesländern."

Quelle: Bildungsklick.de

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"Darin listet er auch Bereiche auf, die überhaupt nicht untersucht würden. So fehlten "den Implementationsprozess begleitende Evaluationen zu den Kostenveränderungen bei der schrittweisen Umstellung vom gegenwärtigen, ungleichgewichtigen und zugleich teuersten Doppelsystem Förderschule/Inklusion hin zu einem überwiegend oder vollständig inklusiven Gesamtsystem", schreibt Preuss-Lausitz. "Das erstaunt umso mehr, als die (vermuteten) Kosten immer wieder als ein Grund für Verzögerungen bei der Umsetzung genannt werden".
Zwar lägen prognostische Szenarien vor, die sich zum Beispiel auf Lehrer- stellen beziehen, wie die Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm (2009). Diese Arbeiten zeigen jedoch nicht die realen Aufwendungen, seien sie geringer oder höher. Vielmehr gingen sie von vermuteten, nach eigenen Maßstäben als notwendig angesehene Kosten aus.
Alle Ausgaben im System berücksichtigen
Bei einer Wissenschaftlichen Begleitung der Kostenentwicklung müsste die Zunahmen und Abnahmen der Ausgaben des Gesamtsystems aller Förderorte und Kostenträger wie zum Beispiel Schulträger, Träger der Beförderungskosten und Krankenkassen untersucht werden, betonte Preuss-Lausitz. Auch die Entwicklung aller Ausgabenarten wie für pädagogisches und nichtpädagogisches Personal, Schulbegleiter, Schülerbeförderung und Therapiekosten im Kontext von Schule müsste einbezogen werden.
"Die verbreitete öffentliche "Kostendiskussion", die sich weitgehend auf Ausgaben bei inklusiver Bildung (ohne Blick auf die jetzigen Ausgaben in Förderschulen) bezieht und teilweise extrem fragwürdige Wunsch-Parameter zur Grundlage hat, könnte durch eine, die reale Umsetzung in einzelnen Bundesländern oder Kreisen/Städten begleitende Wissenschaftliche Begleitung auf eine realistische, Sachlichkeit fördernde und für politische Entscheidungen Klarheit schaffende Grundlage gestellt werden", schreibt der Inklusionsforscher."

| 26. Januar 2015 17:32